Nachhaltige Mobilität als Kulturwandel
Die Betagtenzentren Emmen AG hat 2025 ein umfassendes betriebliches Mobilitätsmanagement eingeführt, das weit über eine blosse Parkplatzbewirtschaftung hinausgeht. Was als Vorgabe der Gemeinde Emmen im Zuge des geplanten Ersatzneubaus Mattli am Standort Alp Betagtenzentrum begann, entwickelte sich zu einem ganzheitlichen Konzept für nachhaltige Mobilität.
Mit 480 Mitarbeitenden, darunter 75 Lernende, zwei Standorten – Alp und Emmenfeld Betagtenzentrum – mit insgesamt 302 Bewohnenden, zwei Restaurants (Alpissimo und Schlemmerei) und einer eigenen Kita (LUUSZAPFE) ist die Betagtenzentren Emmen AG (BZE AG) eine bedeutende Arbeitgeberin in der Region und ein gut frequentierter Ort. Die Analyse der Pendelwege der Mitarbeitenden zeigte erhebliches Potenzial: 43% der Mitarbeiterschaft wohnt nämlich in der Gemeinde Emmen. Diese geografische Nähe bietet ideale Voraussetzungen für einen Umstieg auf den ÖV oder die Arbeitsweggestaltung mit anderen nachhaltigen Verkehrsmitteln.
Mobilitätsabos
Gemeinsam mit der Albert Koechlin Stiftung und ihrem Programm «clever unterwegs» entwickelte die BZE AG ein Konzept, das Arbeitswege der Mitarbeitenden, Parkplatzbewirtschaftung für Gäste und Angehörige sowie Pendelmöglichkeiten zwischen den Standorten Alp und Emmenfeld Betagtenzentrum umfasst. Seit August 2025 können Mitarbeitende zwischen verschiedenen Mobilitätsabos wählen. Nachhaltige Varianten wie ÖV, zu Fuss oder mit dem Zweirad werden im Abo jährlich mit einem Gutschein von CHF 400 unterstützt; einlösbar bei SBB, VELOPLUS oder Ochsner Sport. Mitarbeitende, die ein Auto-Abo wählen, bezahlen einen Parkplatzpreis von CHF 60 pro Monat. Die Höhe der Beträge ist abhängig vom Arbeitspensum.
Perspektivenwechsel und Kulturwandel
Andrea Emmenegger verantwortete das umfangreiche Mobilitätsprojekt. Die Einführung brachte Herausforderungen mit sich. «Besonders die Anpassung der Parkplatzpreise für Gäste, Angehörige und Mitarbeitende führte zu unterschiedlichen Reaktionen», sagt Emmenegger. Dabei wurde transparent kommuniziert: Sämtliche Einnahmen fliessen ins Mobilitätsmanagement und ermöglichen die Förderung nachhaltiger Angebote. Die Veränderung erforderte einen Perspektivenwechsel und Kulturwandel – eine zentrale Aufgabe, die durch offene Gespräche und klare Kommunikation gelöst wurde.
Bisherige Erfolge
Im Sommer 2025 haben die Mitarbeitenden erstmals ihre Mobilitätsabos gewählt. 7% verzichteten dabei aufgrund der Neuausrichtung auf das Auto und entschieden sich für eine nachhaltigere Variante. Die Zusammenarbeit mit der Albert Koechlin Stiftung ist auf sechs Jahre angesetzt, doch das Ziel ist eine langfristige Integration.
So kann es gelingen
Die BZE AG zeigt, wie wichtig Ressourcen, klare Verantwortlichkeiten und frühzeitige Einbindung der Führungsebene sind. Geduld, transparente Kommunikation und motivierte Projektverantwortliche machen den Unterschied. Das Unternehmen ermutigt andere Betriebe, Mobilität nicht aufzuschieben, sondern bewusst zu gestalten – zum Wohl der Umwelt und aller Beteiligten. Die BZE AG verfolgt die Entwicklung aufmerksam mit dem Wunsch, dass im nächsten Jahr noch mehr Mitarbeitende den Schritt zu einer umweltfreundlicheren Mobilität machen, insbesondere jene, deren Arbeitsweg kurz ist. Diesen Kulturwandel begleitet und unterstützt das Unternehmen aktiv und langfristig.
Motivation der Mitarbeitenden
Um Mitarbeitende zu unterstützen und zu motivieren auf nachhaltige Mobilität umzusteigen, veranstaltet die BZE AG Ende Mai 2026 an beiden Unternehmensstandorten die Aktion «Pimp my Bike». Unter den Mitarbeitenden werden Service-Gutscheine verlost, die sie beim mobilen «Velo-Mech» auf dem Firmengelände an zwei Tagen einlösen können. Zudem können sie an den Aktionstagen unterschiedliche Arten von E-Bikes ausprobieren und an der Tombola kleine Preise gewinnen. Auch das Klimanetzwerk Emmen, das sich für Klimaneutralität in Emmen einsetzt, wird vor Ort sein. So wird Information und Sensibilisierung zu einer Mitarbeiter-Aktion mit Spassfaktor.